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Yamaha XJ900 Diversion/Verbesserung Fahrbarkeit

Fredis Touren- und Schraubertipps

10.04.2007

Yamaha XJ900 Diversion/Verbesserung Fahrbarkeit

Geschrieben von Alfred Vorbeck in Technik
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Yamaha XJ900 Diversion/Verbesserung Fahrbarkeit

  • Yamaha XJ 900 Lenkerumbau
  • Varioscheibe
  • Verbesserung des Fahrverhaltens
  • Neues April 2007
US-Lenker, Alugewichte, Vario Tourenscheibe, Chromspiegel

Neues - Januar 2008 -

zum Lenkerumbau

Beim Umbau einer anderen XJ 900 habe ich die Erfahrung gemacht, dass gewisse Fertigungstoleranzen dazu führen, dass es im Einzelfall besser ist, die Vergaserseilzüge zu lösen und diese in Fahrtrichtung gesehen rechts am Lenkrohr vorbei zum Gasgriff zu verlegen. Die Züge lassen sich ohne Neueinstellung am Gasgriff oder der Vergaserbatterie lösen und wieder anbringen.

Außerdem verbesserte geringes Verbiegen des vor dem Lenkkopf gelegene Bremsleitungshalters nach oben die Verlegung der Bremsleitung, d.h. auch bei vollem Ausfedern bleibt diese lockerer als vorher, (Spannungsfreiheit verbessert).


Die meisten Besitzer einer Yamaha XJ 900 Diversion haben die gnadenlose Unkapputbarkeit ihres Motorrades über viele Jahre und noch mehr Kilometer kennen und schätzen gelernt.

Auch der gebotene Langstreckenkomfort für Fahrer und Beifahrer(rin) gehört immer noch zum Besten, was der Markt zu bieten hat.

Wenn man hinterfragt, kommen aber auch Probleme zu Tage, die mit der Handlichkeit und dem Windschutz des immerhin 270 kg schweren Teils zu tun haben. Ich habe am Anfang geglaubt, ich hätte das Fahren verlernt, als meine Yamaha nicht so um enge Ecken wollte, wie ich es erwartete. Natürlich war mir klar, dass hervorragender Geradeauslauf in der Regel mit weniger Wendigkeit erkauft wird. Aber das kippelige Fahrverhalten im Langsamfahrbetrieb und dazu noch mit Beifahrer war schon geeignet, die Suche nach Ursache und Lösung zu starten. Es war auch augenfällig, dass mindestens jede dritte Maschine dieses Typs an den seitlichen Kanten der Verkleidung "Kriegsverletzungen" aufwies, die nicht von schweren Stürzen sondern eher von Umfallern herrührten.

Die Hauptursachen waren schnell gefunden: Ein hoch bauender Vierzylinder und ein Lenker, der im Vergleich zu anderen Tourern extrem schmal geraten ist. Bei einer Breite von nur ca.650 mm (ohne Lenkergewichte) ist der Hebelweg beim Rangieren und Langsamfahren einfach so klein, dass auch kräftigere Fahrer ihre Problem bekommen, wenn die Maschine instabil wird. Also wollte ich einen breiteren - möglichst auch etwas höheren Lenker montieren. Versuche mit 25 mm höheren Risern verbesserten zwar die Sitzposition geringfügig, brachten aber keinen durchschlagenden Erfolg. Deshalb ging ich im renomieten Zubehörhandel auf die Suche.

Ziel: Breiterer und höherer Lenker mit möglichst wenig Änderungsaufwand an Lenkerarmaturen, Seilzügen und Bremsleitungen.

Gefunden und erprobt: Lenker der Firma LSL aus Krefeld, Typ SLS L, Teilegutachten Nr. 24TG0010-00/US- Style/Ausführung L 05. Dieser Lenker hat ein Prüfgutachten, das die XJ 900 umfaßt. Das ist zwar keine ABE, erfordert aber nur die einfache Anbauprüfung beim z.B. TüV. Wichtig ist, dass dieser Lenker ca. 50 mm breiter und 25 mm höher ist.

Aktuell wird dieser Lenker nicht mehr produziert. Es gibt aber von der gleichen Firma seit 2008 die Lenkermodelle 900 Z1 und Touring. Der Z1 hat eine Breite von 800 mm und eine Höhe von 130 mm, der Touring von 785 mm und 90 mm. Sie können verwendet werden, wenn die Seilzüge gelöst und in Fahrtrichtung vor dem Lenkkopf (also direkt zwischen Tank und Steuerkopf) herumgeführt werden. Ich empfehle auch eine verlängerte neue ummantelte Bremsleitung. Wenn man sich allerdings entschließt, die Breite auf 700 - 720 mm zu kürzen, kann mit etwas Geschick auch die Bremsleitung verbleiben.

Der Anbau erfordert keinerlei durchgreifende Veränderung. Bohrungen zur sicheren Befestigung der Armaturen müssen allerdings nach dem Muster des Originallenkers in den LSL - Lenker gebohrt werden. Es ist auch empfehlenswert, den Tank abzunehmen, um die Vergaserseilzüge, den Kupplungszug und die Kabelstränge möglichst effektiv - d.h. weit in Richtung Lenkkopf - zu verlegen. Dazu müssen die Züge bei einer Lenkerbreite von ca. 700-720 mm nicht demontiert werden. Es genügt in der Regel, Griffe und Armaturen nach dem Lösen des Originallenkers abzunehmen. Dann muß die Bremsleitung (nach Lösen des Bremsleitungshalters unter dem Lenkkopf) etwas nach oben gezogen werden/hat genügend Spielraum. Schließlich befestigt man alles wieder an dem neuen Lenker, bevor dieser in den Klemmböcken der oberen Gabelbrücke aufgenommen wird. Zuletzt dreht man den Lenker nach rechts und links bis zum Anschlag und befestigt mit Hilfe von Kabelbindern Seilzüge und Kabelbäume so, dass sie auch bei vollem Einschlag nicht überdehnt oder angescheuert werden.

Tip: Ich habe die Griffgummis und die Lenkergewichte nicht vergessen, sondern sie bewußt bis hierher nicht erwähnt. Beides sollte, bzw. muß erneuert werden. Griffgummis sind "Geschmackssache" - sie sollten nur passen. Die Lenkergewichte dagegen sind vom Hersteller vorgesehene Vibrationskiller und keinesfalls modischer Schnickschnack. An dem neuen Lenker müssen Gewichte eingeschoben werden, weil er kein Innengewinde wie das Original hat. Sie sollten mindestens 2/3 so schwer sein, wie die Originale, denn sonst wird man sich anschließend über hochfrequente Vibrationen ab ca. 3300 U/min wundern. Ganz abgesehen davon, dass ich selbst bei einer anderen Maschine vor Jahren bei hoher Geschwindigkeit einen Lenkerbruch, der seine Ursache in Vibrationen hatte, nur knapp überlebt habe. Der letzte Akt nach der Montage: Auf zum TüV, sonst erlischt die Betriebserlaubnis (Darüber ein anderes Mal mehr, denn so einfach ist das nicht!)

Windschutz ist eine Wissenschaft für sich, weil sie von der Größe des Fahrers, dem Helm, der Sitzposition, dem Beifahrer usw. usw. stark abhängt. An sich ist der Windschutz mit der Originalscheibe bei einer Körpergröße bis 1,80 m schon ganz hervorragend. Wenn man aber den Lenkerumbau vornimmt, ändert sich Körperhaltung und Sitzposition. Das kann jenseits der 120 km/h unangenehm werden, gerade wenn man mit Sozius auf Tour geht. Die größte Wirkung, nämlich eine deutlich fühlbare Verbesserung schon ab 90 km/h bis ca. 160 km/h konnte ich bei einer Vario- Tourenscheibe der Firma MRA feststellen. Der Kopf bleibt von Turbolenzen verschont, während gleichzeitig der Blick auf die Fahrbahn nicht beeinträchtigt wird. Eine ABE wird mitgeliefert und die Paßgenauigkeit macht das Ganze montagefreundlich. Ich habe bei einer Größe von 1,73m sowohl im Solo- als auch im Soziusbetrieb mit keiner anderen Scheibe so zufriedenstellende Ergebnisse erzielt. Da war das Original immer besser.

Sturzbügel
Jetzt hätte ich zwar für die XJ noch einige Tips im Köcher, z.B. den Selbstbau von Sturzbügeln oder Gepäckbrücken aus Edelstahl mit einem eigenständigen Design - doch das behalte ich mir für ein anderes Mal vor.

Tags für diesen Artikel: ABE, motorrad, Umbau, Werkstatt, XJ900
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MRA Scheibe kann ich bestätigen. In der Vordergabel habe ich noch anderer Federn und damit kein Durchschlagen im Soziusbetrieb mit Gepäck. Zur Zeit suche ich eine Verbesserung der Lichtausbeute (rvtl. mit irgendeiner Phillipsbirne) gibs da irgend welche Erfahrungen? Das Original ist funzlig. Gruß aus dem Barnim
#1 Uwe Schulz am 25.02.2007 13:46 (Antwort)
Hallo, nur ganz kurz- Die XJ 900 S hat von Hause aus eine sehr gute Beleuchtung - so nicht nur meine Meinung, sondern auch diverse Testberichte. Wenn das bei dir nicht der Fall ist, kann das unter anderem am Alter der Birne liegen. Die funktioniert auch noch, wenn sie älter geworden ist, verliert aber 25% und mehr an Leuchtkraft. Die würde ich erst mal wechseln. Außerdem machst du alle Kontakte - insbesondere die der linken Schaltereinheit am Lenker gut sauber. Wenn das nichts bringt ist, kannst du über eine stärkere (nicht legale) Birne über 55 W nachdenken. Du kannst aber auch Zusatzscheinwerfer anbringen, wie du sie z.B. im Louiskatalog auf Seite 685 findest. Sie passen mit etwas Aufwand auf den Sturzbügel unterhalb der Verkleidung oder auf eine entsprechende Klemmhalterung an den vorderen Rahmenrohren. Die Lima der Yamaha liefert dafür genug Leistung - allerdings solltest du schon einige Bastelerfahrung haben und auch die Schaltung korrekt vornehmen können. So muss z.B. "das Signalbild des einspurigen Kfz. " erhalten bleiben usw.
#2 Alfred Vorbeck am 25.02.2007 20:08 (Antwort)

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